Wünscht sich Lafontaine eine neue Sozialistische Einheitspartei ?

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Die SPD findet unter ihren neuen Vorsitzenden gerade zu ihren Wurzeln zurück: zum Sozialismus. Ergänzend zum Motto des Parteitags: »In die neue Zeit« sprach Frau Esken plakativ von »Wir sind Aufbruch« und ergänzte »Den ‚echten‘ Sozialismus gab’s bisher noch nicht.« – Da kann ein anderer Linker nicht lange ungehört bleiben. Oskar Lafontaine äußerte sich zu einer möglichen Fusion der beiden linken Parteien. »Ich hielte sie für wünschenswert«, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Allerdings ist der Saarländer ein schlauer Fuchs, denn er ergänzt sofort, er sähe aber »im Moment die Voraussetzungen in beiden Parteien nicht. Es fehlt eine gemeinsame programmatische Grundlage. Und es fehlen Politiker in beiden Parteien, die diese Vereinigung für sinnvoll erachten.« Welche Politik der meint, kann man sich denken: Eine linke Politik. Weg von der Marktwirtschaft, hin zum Sozialismus; weg von der USA, hin zu Russland. Originalton Lafontaine: Die »SPD muss jetzt die Kraft finden, einen neuen Weg einzuschlagen.« Lafontaine hat die Zeichen der Zeit erkannt. Auch er redet von Aufbruch.
In der Linken gefällt das nicht jedem. Eine Abgeordnete aus dem Bundestag twitterte, die Überlegungen »unzeitgemäß« und »überflüssig«. Es gäbe in Deutschland mit der Linkspartei eine sozialistische und mit der SPD eine sozialdemokratische Partei. Die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, ebenfalls Linke, kommentierte ihren Genossen Lafontaine: »Ich stehe für Zwangsvereinigungen nicht zur Verfügung.«
Dabei ist die Idee im Grunde wenigstens ehrlich. Denn ein Zusammenschluss der beiden linken Parteien ist nach dem letzten Parteitag der SPD das Tüpfelchen auf dem »i«. Beide Parteien stehen für Sozialismus – auch wenn der für Terror und Bürgerkrieg, für Massen– und Völkermord steht. Wer es nicht glaubt, sehe sich die Forderungen eines Kevin Kühnert genau genug an; alle sozialistischen Regime haben mit Forderungen nach Enteignung begonnen. Am Ende wurden Kulaken und jeder der nachdenkt erschlagen.
Linke Medien und linke Politiker wollen davon nichts mehr wissen. Was für sie zählt, ist die große Idee. Für sie bleibt der GULAG – ausgesprochen oder auch unausgesprochen – ein Fliegenschiss in der Geschichte der Linken. Doch die deutschen Wähler erinnern sich deutlich an die Jahre im Staatsgefängnis »Made in GDR«. Zwei sozialistische Experimente sind ihnen genug. Und daher liegt die Linke in den Umfragen bei 9 und die SPD bei 11 Prozent. Und wenn eines sicher ist: Nach einer Vereinigung werden das sicher nicht 20 – so viel politische Mathematik sollte der ehemalige Finanzmonster Lafontaine noch beherrschen, auch wenn er das Amt nach kurzer Zeit geradezu fluchtartig verließ.

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