US-Bundesstaat Mississippi streicht »Konföderierten«-Flagge

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Wirklich zeitgemäß ist die Flagge des US-Bundesstaats Mississippi nicht. Die drei waagerechten breiten Balken in blau, weiß und rot sind in ihrer Schlichtheit kaum zu überbieten und alles andere als exklusiv. Nicht einmal eine Pflanze oder ein Tier, wie es bei den Flaggen vieler anderer US-Bundesstaaten üblich ist, ziert bisher die Flagge Mississippis. Das einzige Alleinstellungsmerkmal war ein links oben auf der Flagge angebrachtes Banner – und genau das soll jetzt im Rahmen der BLM-Proteste und Krawalle verschwinden. Allerdings ist die Begründung geschichtlich völlig aus der Luft gegriffen und schlicht und ergreifend falsch.
Argumentiert wird, dass das Banner die Nationalflagge der ehemaligen Konföderierten Staaten von Amerika (CSA) im amerikanischen Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 gewesen sein soll. Das aber war die »Stars and Bars« genannte Flagge. Das bezeichnete Banner, ein blaues Andreaskreuz mit 13 weißen Sternen auf einem roten Hintergrund, stellte seit seinem Ursprung lediglich die Kriegsflagge der Army of Northern Virginia unter Führung von General Robert Edward Lee dar. Später übernahm die Armee von Tennessee ebenfalls dieses Banner als Kriegsflagge.
Dieses Banner fand nach und nach Verbreitung in vielen Staaten der CSA, den sogenannten Rebellen. Auch die Marine der Südstaaten nutzte sie im Bürgerkrieg als Gösch (Bugflagge). Lediglich in der dritten Nationaflagge, der sogenannten Jackson-Flag, auch bekannt als Blood-Stained Banner, wurde das Virginia-Kreuz links oben eingebunden.
Lange nach dem Krieg, 1956, nahm der US-Bundesstaat Georgia das Virgina-Kreuz in seine Flagge auf, bis diese Flagge zunächst 2001 und dann 2003 grundlegend überarbeitet wurde. Eine Überarbeitung der Flagge Mississippis kann durchaus zeitgemäß sein, die jetzt angeführte Begründung aber ist sehr löchrig.

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