Unsere Leute: „Alle Mitglieder der Familie in Löschgruppe“

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Der Puchenauer Wolfgang Kronsteiner entstammt altem Feuerwehradel. Viele aus seiner Familie waren Floriani-Jünger und der Urgroßvater war Kommandant der Pichlinger Feuerwehr. Dessen Urenkel, bis vor kurzem noch Chef aller oö. Feuerbekämpfer, ist jetzt im verdienten Unruhestand.

Ein Porträt von Kurt Guggenbichler

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Eigentlich habe ich gar keine Zeit“, sagt der frisch pensionierte, nunmehrige Ex-Landesfeuerwehrkommandant Wolfgang Kronsteiner, als er zu unserer Verabredung am letzten Freitag in der Café-Konditorei Jindrak im „Lentia“ erscheint – in Radlerdress.

Von Puchenau ist der Mann in knapp einer Stunde über den Pöstlingberg nach Urfahr herübergestrampelt und der 64-Jährige sieht nicht danach aus, als wäre er dabei stark ins Schwitzen gekommen.

Acht Jahre Chef

„Ich muss etwas für meine Schwimmreifen tun“, erklärt er mit Blick auf seine Leibesmitte und grinst. Beinahe im selben Atemzug sagt er auch, dass er noch eine Linzer Torte besorgen muss. Als er meinen fragenden Blick bemerkt, erklärt er: „Nicht für mich!“

Die Torte ist ein Mitbringsel für seine Tochter, seinen Schwiegersohn und seine beiden Enkelkinder, die in Chicago leben und übermorgen flögen er und seine Frau dorthin. „Wir bleiben etwa eine Woche.“

Etwas Ruhe vor der weiten Reise gönnte sich Kronsteiner aber nicht. Denn noch am Samstag besuchte er als Zuschauer den Landesfeuerwehrwettbewerb in Frankenburg, denn ganz ohne die roten Fahrzeuge mit Blaulicht kann er auch in seinem Ruhestand nicht leben.

Deshalb ist der Ehrenlandesbranddirektor auch noch immer einfaches Mitglied bei seiner Stammfeuerwehr in Puchenau, wo er oft „am Funk“ sitze. Feuerwehrmann sei man ein Leben lang, betont Kronsteiner, Chef der oberösterreichischen Feuerwehren war er die letzten acht Jahre.

Hoch geschätzt

Bis zum Schluss „war ich mit 200 Prozent dabei“, versichert er und seine besonnene ruhige Art, die er auch in brenzligen Situationen nicht verlor, wie auch sein kameradschaftliches und menschliches Verhalten werden von seinen Kameraden sehr geschätzt.

Bei der Feuerwehr ist Wolfgang nicht zufällig gelandet, da auch schon sein Vater, der frühere Bürgermeister von Leonding wie auch die Brüder bereits engagierte Floriani-Jünger waren.

„Wir haben Zeiten gehabt, da hat unsere Familie gleich fünf Leute einer neun Mann starken Löschgruppe gestellt“. Und erst unlängst hat Kronsteiner herausgefunden, dass sein Urgroßvater im Jahr 1901 der Gründungskommandant der Feuerwehr Pichling war.

Wolfgang entstammt somit einem alten Feuerwehradel, auch wenn er – was in seiner Biographie meist untergeht – noch einen Beruf hatte. „Ich war als Jurist Rechtsberater der Arbeiterkammer und seit 1999 Leiter der Stabsstelle Controlling, bis ich das Amt das Landesbranddirektors übernahm“, erklärt Kronsteiner.

In der Pension sei er mittlerweile angekommen, glaubt er, auch wenn er die ersten Tage seines Ruhestands noch im Büro verbrachte, um dieses auszuräumen. Nun kann er sich wieder jenen Hobbys widmen, die er in den letzten Jahren vor allem aus Zeitgründen vernachlässigen musste, darunter vor allem das Jagen.

Gravierende Ereignisse

„Seit nunmehr 24 Jahren bin ich aber auch begeisterter Jagdhornbläser“, erzählt Kronsteiner und bei der Jagdhornbläsergruppe Donautal sei er mittlerweile gar zum Obmann avanciert.

Zu den gravierenden Ereignissen in seiner Zeit als Landesbranddirektor zählt er das Hochwasser von 2013 und das Zeltunglück von Frauschereck. Auch die kurzfristig ungewisse erscheinende Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren in OÖ. hätte ihm einst Sorgen bereitet.

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