Steinmeier propagiert Verzicht in der Krise

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Die Corona-Krise trifft, wie es die Natur einer jeden Krise nun einmal ist, primär die Ärmsten und Schwächsten. Wie es die Natur einer jeden Krisenbewältigung zu sein scheint, nehmen die, die am wengisten betroffen sind, den Mund besonders gerne voll. Verschiedene Vertreter aus den Reihen der Altparteien, an der Spitze Steinmeier, propagieren derzeit gerne und gebetsmühlenartig den Verzicht. Auf bisher gewohnte Bestandteile des Lebens »zu verzichten, das fällt uns allen schwer, auch mir.« Aber nur der Verzicht verhindere, dass wir verlören, was wir lieben, so Steinmeier weiter.
Für viele Ältere und Schwache ist es schwer, bei dem Wenigen, das sie ohnehin haben, auch noch Verzicht zu üben. Für die wirtschaftlich ganz Schwachen ist mit den Schließungen der Ausgabestellen der Tafeln ihre Hauptversorgungsquelle versiegt. Wo soll die alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern die notwendigen Nahrungsmittel beschaffen? Sie kann jetzt nicht einmal ihrem Minijob nachgehen, da Schulen und Kita geschlossen sind und sie sich um ihre Kinder sorgt. Oma und Opa kann sie nicht um Hilfe bitten, denn Familienkontakte respektive -besuche sind staatlich untersagt.
Und die ganz Alten und Gebrechlichen? Sie vegetieren allein gelassen in ihren Wohnungen oder in ihren Heimen vor sich hin. Ihre Angehörigen besuchen sie nicht. Nicht etwa aus Bosheit, sondern weil man denen erzählt, dass jeder Besuch eine Gefahr darstellt. Genau diese Besuche sind so ziemlich alles, was die Alten noch haben. Und selbst das wird ihnen genommen.
Ein Steinmeier, der weder wirtschaftliche Engpässe hat noch offensichtlich ein Feingefühl für die sozialen Bedürfnisse der Menschen, stellt sich hin und propagiert den Verzicht. Im Juli klingeln bei ihm und auch den anderen besserwissenden Altparteienpolitiker im Bundestag die Kassen lauter denn je. Verzicht? Ja, gerne, Steinmeier und Konsorten. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und verzichten Sie zu Gunsten der Alten und Schwachen.

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