Polen: Das Rennen Trzaskowski gegen Duda ist nicht entschieden

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Bereits wenige Stunden nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend konnten sich einige Korrespondenten der größten deutschen Tageszeitungen nicht verkneifen, altbekannte Angriffslieder gegen Polens Staatschef Andrzej Duda einzustimmen. „Schlappe für konservative PiS“, titelte etwa die Süddeutsche Zeitung und versah ihre „Analyse“ der polnischen Präsidentschaftswahl mit einem Bild des vermeintlich siegreichen Kandidaten Rafał Trzaskowski. Auch auf dem Nachrichtenportal eines bekannten Wochenblatts, das im letzten Jahr vornehmlich durch seine Neigung zum Fabulieren Schlagzeilen machte, heißt es: „Niederlage für Duda“. Und im Tagesspiegel lesen wir, der aktuelle Amtsinhaber sei „tief gefallen“. Die Wucht dieser verkürzten Titel will unmissverständlich suggerieren, dass der Kandidat der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) offenbar zu den Verlierern des Wahlabends gehörte. Die Realität ist aber eine andere: Duda hat den ersten Durchgang klar gewonnen und im Vergleich zu 2015 in der Wählergunst zugelegt. Als die letzten Stimmen ausgezählt wurden, ist sein Vorsprung auf Trzaskowski sogar auf 13 Prozent angewachsen. Die meisten deutschen Leser konnten dies vermutlich nicht mehr verifizieren. Fakt ist aber auch: Duda verpasste im ersten Durchgang die für eine Wiederwahl nötige absolute Mehrheit von 50 Prozent und muss sich in zwei Wochen einer Stichwahl gegen seinen ärgsten Konkurrenten stellen.

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