Neue Asyl-Route: Zypern wird Hotspot für illegale Migration

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In Zypern nimmt die illegale Migration seit zwei Jahren bedenklich zu – insbesondere aber seit Jahresbeginn. Das kleine Land (1,1 Millionen Einwohner) appellierte im September an die EU: Zypern könne das nicht mehr stemmen.

Eine Reportage von Kornelia Kirchweger

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Überlastete Insel

Zypern fordert ein gemeinsames europäisches Asylsystem mit fairer Verteilung von Migranten und Flüchtlingen über die ganze EU. Hinter den Kulissen arbeitet Brüssel aber ohnehin schon an einer gemeinsamen europäischen Asylpolitik samt EU-Asylagentur.

Seit 2016 stieg die Zahl der Asylwerber in Zypern jährlich um über 55 Prozent, sagte Innenminister Konstantinos Petrides. Von Jahresbeginn bis August kamen über 4.000 Asylwerber ins Land (2017: 2.600).

Reiche Syrer fliegen ein

Knapp die Hälfte reisten über den von der Türkei seit 1974 besetzten Norden, der Rest über legale Eintrittspunkte ein. Knapp 900 Migranten kamen aus Syrien – zumeist per Boot oder von der nördlichen Küste des Libanon. Reiche syrische „Flüchtlinge“ kommen auch per Flugzeug, sie landen im türkischen Teil in Ercan, Nordzypern.

Der Rest sind Pakistaner, Bangladescher, Ägypter, Iraker. Zurzeit leben in Zypern 7.000 Asylberechtigte und ebenso viele Asylwerber. Die Insel war bis dato kein attraktives Ziel für Migranten. Sie hat keine Landverbindung zu anderen EU-Ländern.

Arbeit für Asylwerber

Zypern will jetzt unter anderem ein Rückführungsabkommen mit dem Libanon, wegen der zunehmenden Bootsmigranten von dort und eine Kamera-Überwachung der Pufferzone zum türkischen Teil. Trotzdem müssen von dort kommende Asylwerber, laut EU-Recht (Nicht-Zurückweisung) aufgenommen werden.

Eine Liste sicherer Drittländer soll erstellt und Asylansuchen innerhalb eines Monats abgewickelt werden. Asylwerber dürfen künftig nach ein Monat (statt wie bisher nach sechs Monaten) im Land arbeiten, offiziell um Schwarzarbeit und den Missbrauch des Sozialsystems einzudämmen.

EU pfeift auf Außengrenzen

Statt endlich die Außengrenzen zu schützen hat die EU anderer Pläne: Sie will mehr legale Möglichkeiten für Migration in die EU schaffen, um so „illegale Migration“ zu verringern. Mit grotesken Folgen: Wie „Wochenblick“ berichtete, setzten die Franzosen illegal Flüchtlinge in Italien aus, die Italiener sperrten ihre Häfen, Brüssel gibt der Türkei und Marokko in Summe Milliarden Euro damit diese Länder Migranten zurückhalten und Griechenland will bis Ende Dezember mindestens 6.000 Migranten aus den überfüllten Camps von den Inseln aufs Festland bringen. Dort werden sie nicht bleiben. Ein Großteil will in die EU – vor allem nach Deutschland.

Heiße Themen für EU-Innenminister-Treffen

Beim kommenden Treffen der EU-Innen- und Justizminister am 6./7. Dezember, unter Österreichs Vorsitz, wird all das ein Thema sein. Die unter Hochdruck stehenden Frontländer entlang der EU-Außengrenzen werden erneut verpflichtende Quoten für die Verteilung von Flüchtlingen auf alle EU-Länder verlangen.

Diese Frage wird den Block noch mehr spalten. Die Visegrád-Staaten werden „Nein“ dazu sagen. Auch Österreich hat das bereits abgelehnt!

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