Konservativer Guðni Thorlacius Jóhannesson bleibt Islands Präsident

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Guðni Thorlacius Jóhannesson ist seite dem 1. August 2016 Islands Präsident und wurde jetzt mit einer überwältigenden Mehrheit von 92,2 Prozent der Stimmen wiedergewhählt. Auf seinen einzig verbliebenen Kontrahenten, Guðmundur Franklín Jónsson von den isländischen Grünen, entfielen gerade einmal 7,8 Prozent der Stimmen. Alle anderen Kandidaten hatten vor der Wahl zurückgezogen oder waren bereits vorab an der Beibringung der notwendigen Zahl von Unterstützern (1.500 Wahlberechtigte) gescheitert. Etwa 250.000 Isländer waren zur Wahl aufgerufen, knapp 170.000 von ihnen wählten, fast 151.000 Stimmen gingen an den Amtsinhaber.
Der Präsident ist das Staatsoberhaupt Islands. Er ernennt die Regierung, kann einzelne Minister ernennen oder entlassen und ist dabei nicht an die Mehrheitsverhältnisse im isländischen Parlament, dem Althing, gebunden. Das Althing existiert seit dem Jahr 930 und gilt nach dem färöischen Løgting als das zweitälteste Parlament auf unserem Erdball.
Daher ist es auch wenig verwunderlich, dass die derzeitige isländische Regierung eine ganz eigene Konstellation darstellt. Die Regierungskoalition besteht zunächst einmal aus der liberal-konservativen Unabhängigkeitspartei (Sjálfstæðisflokkurinn), die im EU-Parlament zur selben Fraktion gehört wie die immer wieder von deutschen Medien scharf kritisierte PiS in Polen und den Schwedendemokraten, die nach mediendeutscher Lesart »böse Rechte« sein sollen.
Mit der Unabhängigkeitspartei gemeinsam regiert die radikal Links-Grüne Bewegung (Vinstrihreyfingin – grænt framboð), die sich selbst als ökosozialistisch bezeichnet. Dritte Partei im Bunde ist die Fortschrittspartei (Framsóknarflokkurinn), die im Widerspruch zu ihrem Namen eher eine werterhaltende Partei ist, in der sich Bauern und Fischer Islands versammeln.
Guðni Thorlacius Jóhannesson und die aktuelle isländische Regierung stellen die Belange der Isländer in den Fokus ihrer Politik. Da legen sie sich auch schon einmal mit der EU beim Streit um Fischereirechte oder anderer weitreichender Entscheidungen an. Ein Beitritt der Inselrepublik zur EU ist jedenfalls erst einmal seitens der Isländer auf Eis gelegt. Vor allem die Ausländer- und Flüchtlingspolitik der EU wird in Island sehr kritisch betrachtet. Seit 2015 hat Island in Summe 247 »Flüchtlinge« aufgenommen. Selbst das ist nach der Ansicht vieler Insulaner bereits zu viel.

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