Immunologe zum Coronavirus: Zu viel Panikmache und zu viele Fehleinschätzungen

immunologe-zum-coronavirus:-zu-viel-panikmache-und-zu-viele-fehleinschaetzungen

Der renommierte Schweizer Immunologe Professor B. M. Stadler bilanziert in seinem Beitrag in der » Weltwoche« wichtige Punkte: So sei das Virus nicht wirklich neu gewesen, und sei eine falsche Einschätzung gewesen, dass es in der Bevölkerung überhaupt gar keine Immunität gegen dieses Virus gebe. Außerdem sei die Einschätzung falsch gewesen, man könne die Krankheit COVID-19 ohne Symptome überstehen.

Neue wissenschaftliche Studien würden zeigen, dass das angeblich neue Coronavirus nicht nur sehr stark dem SARS-CoV-1-Virus ähnelt, sondern vielen anderen Beta-Coronaviren, die bei uns bei den Erkältungskrankheiten alljährlich mitspielen. Es sei also eine mutierte Form bekannter Viren, mit denen die Mehrheit der Menschen schon Kontakt hatte. Hier geht es vor allem nicht nur im die Frage, wie die genauen Gen-Sequenzen des Virus konstruiert sind, sondern auch darum, wie sie dem menschlichen Immunsystem gegenüber erscheinen und angegangen werden.

Nach Prof. Stadler sei es falsch, zu behaupten, dass es gar keine Immunität gegen dieses Virus gebe. Dieses sei klar geworden, als der erste kommerzielle Antikörpertest erschien, der eigentlich auf SARS-CoV-1 ausgerichtet war. Die aus einem Tier isolierten Antikörper konnten gleichzeitig SARS-CoV-1, SARS-CoV-2 und MERS-CoV erkennen. Außerdem wurde klar, dass überall dort in China, wo einige Jahre zuvor SARS-CoV-1 wütete, das neue Virus SARS-CoV-2 weniger Schaden anrichtete.

All diese Befunde zeigen, dass das Immunsystem SARS-CoV-1 und SARS-CoV-2 als identisch betrachtet, weil es diese Viren nur anhand bestimmter Charakteristika erkennt, die beide gemeinsam haben.

So habe eine Studie des renommierten Wissenschaftlers John P. A. Ioannidis an der Stanford University gezeigt, dass die Immunität gegen das angebliche neue Coronavirus SARS-CoV-2 wesentlich größer sei als allgemein angenommen.

Damit hat sich die ursprüngliche Aussage vieler Epidemiologen als falsch erwiesen, die behaupteten, es gebe keine Immunität in der Bevölkerung.

Auch die Aussage mancher Virologen, symptomlose Kranke könnten das Virus weitergeben, habe sich wohl als falsch herausgestellt. Die Tatsache, dass einige die Krankheit ohne schwere oder ganz ohne Symptome überstanden haben, liegt wohl eher daran, dass sie eben immun sind, weil das Immunsystem zuvor mit Viren mit ähnlichen Erkennungscharakteristika zu tun hatten.

Zwar werden Menschen, die immun sind, auch zunächst infiziert. Aber dann tritt das Immunsystem in mehreren Schritten in Kraft und bekämpft das Virus. So bleiben die Infizierten als solche im Test zwar »positiv« erkennbar, weil noch RNA-Spuren des Virus vorhanden sind, ohne jedoch an COVID-19 zu erkranken.

Abschließend plädiert Professor Stadler für mehr Normalität und weniger Panik. Risikogruppen müssten weiterhin geschützt werden. Er verweist auf die Studie von John P. A. Ioannidis (Stand Mai 2020), in der erklärt wird, dass die Strategie ausreiche, sich auf den Schutz der risikokranken Über-65-Jährigen zu beschränken.

Auf Freie Welt weiterlesen

Loading...