Hinein in den Höllenschlund – Dresden im Februar 1945

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Ihr Klang besaß eine industrielle Konnotation, er verhieß eine Dringlichkeit, aber auch Zweckmäßigkeit – im Gegensatz zu den Sirenen in England, deren hohe Tonlage schwach außerweltlich erschien wie der Schrei einer Banshee in der Dunkelheit, ertönten die Fliegeralarme in Deutschland eine Oktave niedriger. Sie hoben an und nahmen wieder ab, wie alle Sirenen, aber sie klangen eher wie eine Warnung oder gar die Werkssirene bei Schichtende: Sachlich, kein Grund zur Panik, jeder begebe sich ganz ruhig zum Ausgang. In ganz Dresden waren Sirenen auf Dächern und Mauern installiert, und im Februar 1945 hatte für viele Menschen ihr Geheul an Gefährlichkeit eingebüßt, hatten sie doch Nacht für Nacht mit den Fehlalarmen ihre ursprünglich furchteinflößende Wirkung verloren. Am 13. Februar 1945 um 21 Uhr 40 wurde erneute Fliegeralarm ausgerufen, und als sein Dröhnen von den engen Straßen der hohen Wohnblöcke widerhallte und die Luft der breiteren Alleen und der wohlhabenderen Vorstadtstraßen schwängerte, machten sich viele Einwohner nur noch resigniert auf den Weg in die Luftschutzkeller, auch wenn der Moderator sogar das laufende Radioprogramm unterbracht und den Zuhörern verkündete, dass eine Staffel feindlicher Flugzeuge entdeckt worden war, die auf die Stadt zuhielt.

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