Die Briten wählen heute ihr neues Parlament

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Die heute in Großbritannien und Nordirland stattfindenden Wahlen zum Unterhaus könnten von historischer Bedeutung werden. Nicht nur, dass sie mutmaßlich die letzten Wahlen vor dem Brexit sind, sondern es könnten auch die letzten Wahlen eines gemeinsamen Großbritanniens in seiner jetzigen Form sein. Denn sobald der Brexit vollzogen sein wird, wird in Schottland ein neues Referendum zum Austritt des Landes aus dem gemeinsamen Staatengebilde einberufen werden. Das hat die Erste Ministerin Schottlands, Nicola Sturgeon, bereits unmissverständlich klar gemacht. 
Für die heute stattfindenden Parlamentswahlen zum Unterhaus sind die Ankündigungen aus Schottland aber bestenfalls Nebengeräusche. Die dort zu vergebenden insgesamt 59 Sitze sind nicht mehr als eine Randnotiz. Entschieden wird die Wahl in England, wo längst alles auf einen Zweikampf zwischen dem Premierminister Boris Johnson von der Konservativen Partei (Torys) und dem Herausforderer Jeremy Corbyn von den Sozialisten (Labour) hinaus läuft.
In den vergangenen Wochen konnte Corbyn in Umfragen seinen Rückstand leicht abbauen, musste aber gerade in den letzten Tagen mitansehen, wie Johnson wieder unerreichbar davon zog. Zwar hält das für Mitteleuropäer eher ungewöhnliche Verhältniswahlrecht stets ein paar Überraschungen in petto, doch gehen Experten und Fachleute davon aus, dass Johnson als klarer Sieger aus der Wahl hervorgehen wird und Corbyn eine schwere Niederlage bescheren wird.
In Großbritannien beherrschen die beiden Altparteien Torys und Labour seit gefühlten Ewigkeiten das politische Geschehen. Über viele Wochen hatte es den Anschein, dass den beiden Platzhirschen mit den Liberaldemokraten und der Brexit-Partei zwei wirkliche Herausforderer erwachsen wären. Deren Werte wurden aber in den jüngeren Umfragen immer weiter eingedampft, sodass das Duell Johnson – Corbyn die alles entscheidende Frage sein wird.

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